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Spruch des Tages [03.09.2010] 06:41
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Ich war ein Jahr bei den Grünen Wien und habe die Schwachstellen von Basisdemokratie live (mit-)erlebt, was letztendlich zu zwei Parteispaltungen im 6. und 8. Bezirk geführt hat, meiner Meinung nach zwei urbane Schlüsselbezirke für die Grünen Wien.

Im 8. Bezirk, wo die Grünen die letzten fünf Jahre mit Heribert Rahdjian den Berzirksvorsteher gestellt haben, gibt es einen personellen Konflikt mit den Landes-Grünen, den man am Besten mit "Realo vs. Fundi" zusammenfassen kann.

Im 6. Bezirk wurde von der Parteispitze "eine bezirksfremde Person installiert", worüber sich der bisherige Spitzenkandidat Manfred Rakousky echauffiert.

Update 2010-09-02: Im 19. Bezirk ist der Grüne-Bundesrat Stefan Schennach nach einem internen "Putsch" zur SPÖ gewechselt.

Beide Diese Probleme haben gemeinsam, dass diese personellen Konflikte trotz oder gerade wegen Grüner Basisdemokratie entstanden sind, die in der Realität wegen der sehr geringen Wahlbeteiligung leicht ausgetrickst werden kann. Man schicke einfach ein Dutzend befreundete Wähler zu einer internen Wahl und kann so zu seinen Gunsten die Kandidatenliste völlig umkrempeln.

Hier ist nocheinmal mein offener Brief vom 1. Juni 2010 an den Landesvorstand, worin ich meine Gründe, mich von der Partei zurückzuziehen, darlege:

Meine Bilanz nach einem Jahr bei den Grünen:

Politik ist ernüchternd.

Ich bin zum Schluss gekommen, dass man als Querdenker außer lästig zu sein, kaum eine Möglichkeit hat, etwas zu bewegen oder zu verändern.

Dazu kommt, dass die Grünen parteiintern träge geworden sind, was die Mitgestaltungsmöglichkeiten von neuen MitgliederInnen und UnterstüzerInnen betrifft. Ich denke zum Beispiel an die Vorwahlen-Geschichte (Replik von Martin Schimak), die gezeigt hat, dass die Parteispitze zur Zeit nicht wirklich offen für Veränderung ist.

Ich habe bei zwei Listenwahlen (Wiener Gemeinderat und Bezirksvertretung Neubau) kandidiert und erlebt, dass Basisdemokratie doch nicht ganz so funktioniert, wie ich mir das vorgestellt habe. Die folgenden Probleme sind nicht unbedingt grünspezifisch, sondern generelle Herausforderungen (vielleicht sogar Unzulänglichkeiten) der Basisdemokratie, die die Grünen meiner Meinung nach unzureichend thematisieren.

Problem 1:
Extrem geringe Wahlbeteiligung. Auf Bezirksebene in Wien Neubau haben sich die Grünen Bezirksräte praktisch selbst gewählt (Wahlbeteiligung etwa 40 von 1000, anwesende Kandidaten etwa 23, derzeit 18 Grüne Bezirksräte plus Bezirksvorsteher). Die Wahlbeteiligung von Nicht-KandidatInnen war erschreckend gering, was die demokratische Legitimation und vorallem die Sinnhaftigkeit von Wahlen in Frage stellt. Positiv anzumerken ist, dass sich die Partei bemüht hat, WählerInnen einzuladen, die dann einfach aus Mangel an Zeit, Desinteresse oder was auch immer nicht gekommen sind.

Problem 2:
Machtkämpfe werden vermieden, indem sich die amtierenden PolitikerInnen eine interne Reihung ausmachen und neue KandidatInnen “drängen” auf hinteren Plätzen zu kandidieren, was den großen Vorteil von Harmonie in der Gruppe hat, aber einer fairen Wahl nicht ganz gerecht wird. Positiv anzumerken ist, dass wenn man genügend Mut aufbringt, auch auf vorderen Plätzen kandidieren kann. Beliebt macht man sich aber nicht unbedingt damit.

Ich habe heute meine Konsequenz aus diesen Erfahrungen gezogen und möchte wieder parteiunabhängig sein. Trotzdem muss ich sagen, dass mir die Grünen auch in vielen Punkten sympathisch sind und ich viele nette Basis-Menschen kennenlernen durfte.

Aber auch die SPÖ (Sozialpolitik der Mitte), ÖVP (Wirtschaftspolitik der Mitte), ja und sogar die FPÖ (Anti-Privilegien und Anti-Missbrauchspolitik) haben nicht nur schlechte Seiten, wenn man sich vorurteilsfrei mit deren Inhalten auseinandersetzt, was auch ein Grund ist, warum ich wieder unabhängig sein möchte.

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Windows 7 Taskbar Tweak

Was wäre Windows 7 ohne die neue Taskleiste? Vermutlich nur ein Vista Service Pack, was aber Dank der gelungenen neuen Taskbar eigentlich nicht stimmt, denn in dieser Hinsicht war Microsoft wirklich mutig.

Von Windows 95/98 bis Windows Vista gab es in diesem Bereich nämlich kaum eine nennenswerte Änderung. Ok, die bei XP eingeführte Gruppierung von Anwendungen habe ich immer gleich deaktiviert, da es mir zu umständlich war, zuerst auf den Button zu klicken, um die dazugehörige Liste der geöffneten Fenster anzuzeigen.

Das ist jetzt in Windows 7 mittels Live Thumbnail und Aero Peek-Vorschau elegant gelöst worden. Fährt man mit dem Mauszeiger über ein Programm-Icon, werden sofort die Thumbnails der Anwendungen (oder beim IE die geöffneten Tabs) angezeigt, ohne extra auf das Icon klicken zu müssen. Fährt man über die Thumbnails wird sogar das Fenster vorübergehend in den Vordergrund geholt, falls es gerade verdeckt wird (Aero Peek).

Größtes Manko der Gruppierung macht sich aber nach kurzer Zeit bemerkbar. Möchte man auf eine Anwendung wechseln, wo mehrere Instanzen (bzw. Browser-Tabs) geöffnet sind, muss man erst recht wieder 2 x klicken. Der Links-Klick auf das Icon bewirkt nämlich nur, dass die Thumbnail-Vorschau ein- und ausgeblendet wird.

Dafür gibt es aber einen Registry-Hack, auf den sogar auf offiziellen Microsoft-Seiten (zB on10) hingewiesen wird und das Arbeiten extrem erleichtert. Mit einem Klick auf das Icon kann die zuletzt geöffnete Instanz geöffnet werden. Mehrmaliges Klicken wechselt zwischen den geöffneten Instanzen hin und her. Juhhu!

Dazu muss man den DWORD-Wert "LastActiveClick" unter folgendem Registry-Schlüssel hinzufügen und auf 1 setzen:

HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Windows\
CurrentVersion\Explorer\Advanced

Danach muss der Explorer (die Shell) neu gestartet werden. Wie das elegant geht, habe ich auch erst vor kurzem dazugelernt (Startmenü > Ctrl+Shift gedrückt halten und auf Shutdown rechts klicken > Beenden). Danach mit dem Task-Manager (Ctrl+Alt+Del) den Prozess explore.exe wie gewohnt starten. Fertig.

Tipp: Shift+Click auf das Icon öffnet eine neue Instanz der Anwendung. Ohne obige Einstellung kann man übrigens mit Ctrl+Click zwischen den Instanzen wechseln bzw. falls LastActiveClick aktiviert ist, zeigt Ctrl+Click die Thumbnails an.

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Vor etwa 15 Jahren wurden die ersten Planeten außerhalb unseres Sonnensystems nachgewiesen. Wie das von der Erde aus geht, ist eine der spannenden Fragen, die Professor Charles Bailyn von der Yale University in seiner Vorlesung ASTR 160 Frontiers and Controversies in Astrophysics nachgeht.

Das tolle ist, die gesamte Vorlesung wurde 2007 aufgezeichnet und online gestellt und richtet sich an Nicht-Physiker, die sich für Kosmologie interessieren. Astro 160 ist keine typische Einführungsvorlesung, sondern behandelt drei große Themenkomplexe der Astro-Physik auf verständliche Weise in einer nicht für möglich gehaltenen Tiefe, ohne komplexe Mathematik-Kenntnisse vorauszusetzen. (Mathe auf Matura-Niveau ist ausreichend.)

Bailyn bringt auch viele unterhaltsame Anekdoten aus der Wissenschaftsgeschichte der Astronomie. Neben den Exo-Planeten werden auch Schwarze Löcher und das ultimative Schicksal des Universums (Omega) behandelt und Bailyn geht auch immer wieder auf den aktuellen Forschungsstand ein.

Es ist schon erstaunlich, wieviel die Menschheit bereits über unser Universum und die zugrundeliegenden Naturgesetze herausgefunden hat. Diese Vorlesung hat meine Weltanschauung jedenfalls geschärft und ich denke, dass die nächsten Jahrzehnte für die Physik und Naturwissenschaft extrem spannend sein werden.

Ich betrachte das Universum als großen Organismus, mit dem Ziel intelligentes Leben durch Evolution hervorzubringen. Vielleicht besteht unsere Aufgabe darin, das gesamte Universum verstehen und letztendlich kontrollieren zu lernen. Ob das unserer Spezies jemals gelingen wird, steht in den Sternen.

Die Vorlesung ist übrigens eine von zwei Dutzend Vorlesungen, die die Yale University im Internet veröffentlicht hat. Für mich ist das die nächste Stufe von E-Learning. Warum nicht alle Vorlesungen von öffentlichen Universitäten im Internet frei zugänglich machen?

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Zune Logo

Ich habe zu Weihnachten einen Zune HD geschenkt bekommen und jetzt einen Monat lang getestet. Zeit eine kleine Review zu schreiben.

Während der braune Zune der ersten Generation noch als Gerät, das aus der DDR stammen könnte, bezeichnet wurde, hat Microsoft den iPod-Konkurrenten über die Jahre sowohl hard- als auch softwaremäßig stark verbessert und diesmal fast alles richtig gemacht.

Herausgekommen ist ein moderner Media-Player mit 16 oder 32 GB Flashspeicher, WLAN-Unterstützung, FM-Radio und kapazitivem Multi-Touch-Display. Das Interface ist erstaunlich gut gelungen und intuitiv – Windows Mobile 6.5 sieht dagegen alt aus. Auch die neue Zune PC-Software, mit der man seine Musik-Sammlung managt und auch Zugriff auf den Marketplace bekommt, ist eine angenehme Alternative zu iTunes.

Der größte Fehler, den Microsoft meiner Meinung nach gemacht hat, ist den Zune nicht von Anfang an weltweit zu vermarkten.

Achtung: Wenn man den Zune außerhalb der USA verwenden möchte, braucht man eine englische, französische oder spanische Windows-Version (oder ein entsprechendes Language Pack unter Windows 7 / Vista). Verwendet man hingegen ein deutsches Windows, erscheint beim erstmaligen Syncen des Players eine kryptische Fehlermeldung. Um den Marketplace verwenden zu können, braucht man amerikanische Microsoft-Points oder eine in den USA gemeldete Kreditkarte.

Ich denke, dass hinter diesen restriktiven Auflagen die Musik-Industrie steckt. Positiv erwähnenswert ist, dass im Marketplace hauptsächlich DRM-freie Musik (256-320 kbit MP3) angeboten wird. Seit Dezember gibt es in Österreich auch endlich Amazon MP3, was auch eine gute Alternative zu iTunes & co ist :)

Pro Zune HD

  • Flaches und elegantes Design
  • Zune und Zune Marketplace unterstützen DRM-freie MP3s, es lassen sich sowohl selbst gerippte MP3s oder auch von Amazon gekaufte in die eigene Collection problemlos integrieren
  • Kapazitives 16:9 OLED-Display mit Multi-Touch-Unterstützung (3.3" 480x272)
  • Zu den meisten Songs werden automatisch Album-Art, Band-Fotos und Band-Info vom Internet heruntergeladen und auf dem Zune angezeigt.
  • FM-Radio (HD-Radio in den USA)
  • Multi-Touch Internet Explorer mit WLAN (ohne Flash und Silverlight)
  • HDMI-Output in 720p (benötigt eigenes propriäteres Kabel)
  • 3D-Games und Applikationen
  • Zune PC Software ist eine verbesserte Variante des Media Players mit Marketplace und Social-Networking von XBOX Live

Contra Zune HD

  • Kein weltweiter Launch erschwert die Handhabung außerhalb der USA (siehe oben)
  • Proprietäres USB-Ladekabel
  • Zune Marketplace unterstützt keine Applikationen von Drittanbietern (obwohl mit XNA eigene Apps programmiert werden können)
Glücksschweine

Meine Glücksschweinchen haben diesmal mit Pferdchen für das Prosit-Fotoshooting posiert. Ich wünsche allen einen guten Rutsch und alles Gute für 2010!


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(c) Viktor Krammer, 2010 03.09.2010 06:41