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Laut einer aktuellen Studie des Wifo geht hervor, dass die durchschnittlichen Nettolöhne 2006 (1.516,96 Euro) inflationsbereinigt knapp unter dem Niveau von 1991 (1.526,47 Euro) lagen. Statistiken lassen sich bekanntlich recht unterschiedlich interpretieren. Ist dies nun wirklich der Beweis dafür, dass man sich seit der Euro-Einführung 2002 immer weniger leisten kann? Nicht wirklich, denn tatsächlich hat sich die Kaufkraft seit 1997 (siehe auch nominelles Jahreseinkommen) wieder verbessert und befindet sich nun wieder fast auf dem Stand von 1992 – dem seit 1976 gemessenen besten Jahr.

Trotzdem kann die Situation für jeden Einzelnen sehr unterschiedlich aussehen. Menschen an der Armutsgrenze sind von dem überdurchschnittlichen Preisanstieg bei Lebensmitteln, Wohnen und Energie stärker betroffen und können sich daher effektiv weniger leisten. Außerdem sagt der Durchschnitt nichts über die Verteilung der Löhne aus. Generell ist es schwierig zu diesem Thema – ähnlich wie bei den Staatsschulden – zuverlässige Daten zu finden.

Zum Thema Armut habe ich noch zwei interessante Artikel von 2006 in der Presse gefunden: Zunahme der Armut: Wo ist sie? und Akut Arme: Viele, aber nicht mehr als bisher. Als teilzeitarbeitender Forscher lebe ich laut Statistik übrigens auch knapp an der Armutsgrenze.

27.09.2007 Virtual Net

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